1. Schreibe einen Einkaufszettel!

TsT_Einkaufsliste

Im Supermarkt ist man häufig überwältigt von dem großen Angebot an verschiedenen Lebensmitteln in den Regalen – schöne Verpackungen und verheißungsvolle Slogans bringen uns dann dazu, Produkte zu kaufen, die wir eigentlich gar nicht kaufen wollten und meistens auch nicht benötigen. Das Ergebnis ist, dass wir entweder zu viele Lebensmittel einkaufen oder Lebensmittel, die wir letztendlich doch nicht essen wollen, weshalb Einiges davon im Müll landet. Um zu vermeiden, dass man zu viele Lebensmittel oder Lebensmittel einkauft, die man nicht benötigt, ist es sinnvoll, einen Einkaufszettel zu schreiben. Setz Dich hierzu in Ruhe hin und überlege, was Du in den nächsten Tagen essen möchtest.

Weitere Tipps vor dem Einkaufen

  • Bevor Du in den Supermarkt gehst, solltest Du einen Blick in Deinen Kühlschrank und in Deine Vorratskammer werfen: Häufig schieben wir im Kühlschrank oder im Regal unbewusst Lebensmittel, die wir nicht sofort essen, mit der Zeit immer weiter nach hinten und vergessen sie. Wenn man vor dem Einkaufen einen prüfenden Blick auf die eigenen Vorräte wirft, merkt man häufig, dass einige Sachen, die auf dem Einkaufszettel stehen, gar nicht gekauft werden müssen. Damit vermeidest Du nicht nur, dass Lebensmittel unnötig weggeworfen werden, sondern schonst auch Deinen Geldbeutel – denn laut einer Studie aus Österreich werfen Haushalte dadurch im Durchschnitt 400 Euro pro Jahr weg!
  • Gehe am besten nie hungrig einkaufen! Bestimmt hast Du schon mal den Spruch „Die Augen sind größer als der Magen“ gehört? Wenn der Hunger groß ist, signalisiert uns das Gehirn, dass wir schnell und viel einkaufen sollen. Wenn wir aber etwas gegessen haben, treffen wir unsere Einkaufsentscheidungen viel bewusster und vermeiden dadurch, dass wir zu viel in unseren Einkaufskorb legen.

 

2. Lagere Deine Lebensmittel richtig!

TsT_Lagerung

Lebensmittel verderben im Haushalt häufig, weil sie nicht richtig gelagert werden. Im Folgenden sind deshalb ein paar Tipps, die Du unbedingt beachten sollst:

  • Lege anderes Obst und Gemüse nicht zu den Äpfeln, außer Du möchtest, dass etwas schneller reif wird! Äpfel enthalten das Reifegas Ethylen. Dieses Gas führt dazu, dass Obst und Gemüse, das bei den Äpfeln liegt, schneller reift und somit auch verdirbt.
  • Kartoffeln solltest Du immer kühl, trocken und dunkel lagern, sonst fangen sie an zu treiben oder zu verschimmeln. Wenn Kartoffeln richtig gelagert werden, kann man sie monatelang aufbewahren! Deshalb gibt es auch im Frühling noch Kartoffeln, die im Spätherbst geerntet wurden!
  • Schnell verderbliche Lebensmittel, die gekühlt aufbewahrt werden müssen, solltest Du nicht zu lange aus dem Kühlschrank nehmen. Wenn Du zum Beispiel ein Brot schmierst und Dir eine Wurst aufs Brot legst, denke daran, die Wurst schnell wieder in den Kühlschrank zu legen, damit die Kühlkette nicht zu lange unterbrochen wird.

Es gibt viele Webseiten, auf denen Du dich erkundigen kannst, wie man Lebensmittel richtig lagert, beispielsweise hier. Es gibt übrigens auch Lebensmittel, die man nicht im Kühlschrank aufbewahren sollte, weil zu kalte Temperaturen dazu führen, dass das Zellgewebe beschädigt wird. Das ist zum Beispiel bei Bananen der Fall!

 

3. Vertraue Dir selbst …

TsT_Vertraue Dir Selbst

… und nicht dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): Gucke, rieche & schmecke, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist!

Das MHD ist kein Wegwerfdatum – es ist nur eine Empfehlung vom Hersteller und garantiert, dass das Lebensmittel bis zu dem Zeitpunkt eine unveränderte Qualität hat. Zum Beispiel setzt sich manchmal beim Joghurt die Molke ab, wodurch auf dem Joghurt eine kleine Wasserschicht entsteht. Das darf vor Ablauf des MHD nicht passieren. Allerdings ist der Joghurt immer noch genießbar, er sieht nur ein bisschen anders aus. Generell sollte man hier auf seine eigenen Sinne vertrauen: So lange sich kein Schimmel gebildet hat und das Produkt gut riecht und schmeckt, kann man es in der Regel bedenkenlos konsumieren.

Aufgepasst beim Verbrauchsdatum! Einige Lebensmittel werden schnell schlecht – hierzu gehören insbesondere Fisch- und Fleischprodukte, die durch Keime leicht verderben können. Diese Produkte enthalten ein Verbrauchsdatum. Wenn das Verbrauchsdatum abgelaufen ist, darf das Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden, da es sonst schnell zu einer Lebensmittelvergiftung kommen kann.

 

4. Alle essbaren Teile genießen!

TsT_Rote Bete

Wusstest Du, dass man den Strunk vom Brokkoli und die Blätter von der Roten Bete essen kann? Seit die meisten Menschen im Supermarkt einkaufen, haben sie verlernt, alle essbaren Teile einer Pflanze zu essen – und so landen die leckeren und gesunden Lebensmittel in der Tonne! Unser Gemüsequartett informiert Dich darüber, welche Teile einer Pflanze man essen kann – auch im Internet findet man viele Rezepte und Kochbücher, die erklären, wie man die verschiedenen Teile einer Pflanze zubereiten kann.

Das Gleiche gilt übrigens für Fleisch: Wir essen häufig nur noch die besten Teile unserer Nutztiere, während wir die essbaren „Fleischreste“ wegwerfen oder in ärmere Regionen der Welt verschicken und dort verkaufen. Letzteres bedeutet für die FleischerzeugerInnen in diesen Regionen häufig, dass sie ihre Produkte nicht mehr verkaufen können und folglich unter Hunger und Armut leiden. Wie das zusammenhängt, kannst Du in dem Bericht „Keine chicken schicken“ von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst nachlesen. Unter anderem deshalb setzt sich die „nose to tail“ – Bewegung dafür ein, dass alle essbaren Teile vom Tier gegessen werden.

 

5. Gemüsereste ab in die Tonne? STOPP!

TsT_Im Glas

Es gibt viele Gemüsesorten, die man wieder wachsen lassen kann oder die man anderweitig nutzen kann. Zum Beispiel kann man Orangenschalen abreiben und den Abrieb für die Zubereitung von Tee oder Kuchen verwenden. Manche Lebensmittel kann man auch wieder wachsen lassen, indem man sie ganz einfach in ein Glas Wasser stellt. Der untere Teil der Lauchzwiebel mit Wurzeln wächst so bespielsweise nach einigen Tagen wieder zu einer ganzen Zwiebel heran.

 

6. Mache Deine Lebensmittelüberschüsse haltbar!

TsT_Einwecken

Im Sommer kann man aus dem Garten kiloweise Zucchini und Tomaten ernten und irgendwann hat man nicht mehr so viel Lust, das Gemüse jeden Tag zu essen. Wenn auch Freunde und Nachbarn die Ernte nicht mehr abnehmen wollen, kann man Obst und Gemüse für den anstehenden Herbst und Winter haltbar machen. Hierzu gibt es viele verschiedene Methoden: Einwecken, fermentieren oder backen – eine genauere Beschreibung der Methoden kannst Du in dem Informationsblatt „Kulturtechniken des Haltbarmachens“ nachlesen. Häufig sind die Großeltern noch sehr erfahren auf diesem Gebiet – also beim nächsten Besuch einfach mal nachfragen, wie man Lebensmittel haltbar machen kann!

 

7. Spende, teile, tausche & rette!

TsT_Fairteiler

Es gibt sehr viele Organisationen, die sich dafür einsetzen, dass Lebensmittel gerettet werden. Im Folgenden stellen wir kurz ein paar Organisationen vor, bei denen Du dich beteiligen kannst:

  • Die Tafel: Sie kümmert sich darum, dass Menschen, die sehr wenig Geld haben oder sogar auf der Straße leben, mit frischen Lebensmitteln versorgt werden.
  • Foodsharing: Bei Foodsharing kann jede/r teilnehmen und es ist ganz einfach – auf der Plattform kannst Du Dich registrieren und nachlesen, wo Lebensmittel übrig geblieben sind, zum Beispiel bei einem Supermarkt bei Dir um die Ecke oder beim Nachbarn von nebenan. Über eine E-Mail-System verständigst Du Dich dann mit anderen LebensmittelretterInnen, wer die Lebensmittel abholt!
  • Mundraub: In ganz Deutschland gibt es auf öffentlichen Plätzen zahlreiche Bäume und Sträuchern mit leckeren Früchten, die von allen geerntet werden dürfen! Auf der Webseite von Mundraub sind tausende Orte eingetragen, an denen Ihr aktiv werden könnt! Wenn Ihr Euch mit Pflanzen nicht so gut auskennt, nehmt einen erfahrenen Mundräuber mit.

 

8. Geh stoppeln! Ernte leckeres Gemüse direkt vom Feld …

TsT_Stoppeln

Früher sind fast alle Menschen auf dem Land „Stoppeln“ gegangen, das heißt, sie haben die Felder nach der Ernte nochmal auf liegen gebliebenes Gemüse abgesucht. Das „Stoppeln“ wird aber heute nur noch selten und von wenigen Menschen gemacht, denn das Essen ist in Deutschland immer billiger geworden. Dabei bliebt häufig bis zur Hälfte der Ernte auf dem Feld liegen, weil die ErzeugerInnen ihr Gemüse nicht verkaufen können, zum Beispiel weil die Gurke zu krumm ist, die Möhre zweibeinig oder die Kartoffel ein paar dunkle Stellen hat. Dabei kann so ein Ausflug aufs Feld jede Menge Spaß bringen und erntefrisches Gemüse schmeckt immer besser als aus dem Supermarkt …

 

9. Mach den kurzen Weg!

TsT_Kurzer Weg

Hast Du schon mal einen etwas genaueren Blick auf die Lebensmittel geworfen, die sich bei uns in den Regalen tümmeln? Sie kommen aus der ganzen Welt! Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, sollte man aber so häufig wie möglich darauf verzichten, Lebensmittel aus weit entfernten Ländern zu kaufen. Denn je weiter der Weg des Lebensmittels bis zu Dir auf dem Teller ist, desto mehr Lebensmittel gehen verloren. Es macht daher vor allem bei frischen Produkten wie Obst und Gemüse, die schnell verderben, Sinn, immer zu den regionalen Produkten zu greifen. Was Regionalität bei Lebensmitteln genau bedeutet, kannst Du auf unserem Arbeitsblatt nachlesen.

Neben Regionalität ist es auch wichtig, möglichst saisonal zu konsumieren, das heißt Lebensmittel zu kaufen, die gerade in Deutschland geerntet werden können. Was das genau bedeutet, kannst Du hier nachlesen. Es gibt im Internet eine Reihe an Saisonkalendern, die Dir schnell einen Überblick darüber verschaffen, was in Deutschland wann Saison hat!

Apropos: Wenn Du den Weg und die Lagerzeit richtig kurz haben möchtest, kannst Du bei Dir im Garten oder auf dem Balkon selbst etwas anbauen! Bastle Dir hierzu wie auf dem Bild aus Zeitungspapier oder alten Flyern ein kleines Anzuchttöpfchen und leg einen Samen hinein! Je nach Pflanze kannst du in 6-20 Wochen Dein eigenes Gemüse ernten!

 

10. Engagier Dich beim kulinarischen Protes(s)t!

TsT_Kulinarischer Protest

Lebensmittelretten kann Spaß machen! Wie? Indem man aus dem ganzen eine große Schnippelparty macht! Seit Beginn der Schnippeldisko vor vier Jahren gibt es auf der ganzen Welt immer mehr junge Menschen, die sich zusammen tun, um gemeinsam ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen: Ob Disco Soupe, Wastecooking oder die legendäre Schnippeldisko – es wird gemeinsam geschnippelt, gekocht & gentanzt! Wie so etwas funktioniert, könnt Ihr hier nachlesen!

 

10 Dinge gegen Lebensmittelverschwendung