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Am 16. November trafen sich auf der Bildungskonferenz „Eat Local, Think Global“ über 70 Lehrkräfte, Aktive aus dem außerschulischen Bereich und interessierte BürgerInnen, um sich über verschiedene Projekte, Methoden und Materialien im Bereich „nachhaltige Ernährung und globale Bildung“ auszutauschen und sich untereinander zu vernetzen.


Nach der Begrüßung durch den Museumsdirektor der Domäne Dahlem, Dr. Peter Lummel,  stellten die Initiatorinnen der Konferenz, Lotte Heerschop von Slow Food Deutschland und Dinah Stratenwerth von BLUE 21, die Ergebnisse einer vor der Konferenz durchgeführten Umfrage bei den TeilnehmerInnen vor: Wie gut fühlen sie sich vernetzt, welche Herausforderungen gibt es und kostet Netzwerkarbeit Geld? Die Ergebnisse zeigten, dass sich viele Aktive in der außerschulischen Bildung zwar gut bis sehr gut mit anderen Organisationen und Personen aus dem Bereich vernetzt fühlen, es jedoch eine mangelnde Vernetzung mit Schulen gibt. Die größten Herausforderungen bei der Vernetzungsarbeit sehen sie im hohen Zeit- und Personalaufwand, um Kontakte zu pflegen und gemeinsame Projekte umzusetzen, sowie in der Realisierung und Finanzierung von Projektideen. Die vollständige Auswertung kann hier eingesehen werden.

Ulrike Anheier-Peez von Engagement Global griff die Herausforderung der finanziellen Förderung von Projektideen in ihrem Vortrag auf und berichtete von zwei verschiedenen Förderoptionen für Schulen und außerschulische Bildungsträger: dem sogenannten Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) und dem Aktionsgruppenprogramm (AGP). Sie ermutigte die TeilnehmerInnen, Anträge bei Engagement Global einzureichen und sich auch als ErstantragstellerIn nicht vor den Anforderungen der Antragsformulare abschrecken zu lassen. Bei der Antragstellung bestehe immer die Möglichkeit, bei Unklarheiten und Fragen telefonische oder schriftliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Daraufhin warf Prof. Dr. Lotte Rose von der Frankfurt University of Applied Sciences die Frage auf, inwieweit die tägliche Schulverpflegung als Ausgangspunkt für nachhaltige Ernährungsbildung dienen kann. Kritisch beleuchtete sie dabei die aktuelle Situation der Schulverpflegung, die häufig viele Kriterien für eine nachhaltige Ernährung nicht erfüllt – gleichzeitig wird im schulischen Unterricht von den SchülerInnen gefordert, ein nachhaltiges Essverhalten in ihren eigenen Alltag zu integrieren. Der Vortrag von Prof. Rose löste einen großen Diskussionsbedarf aus, weshalb die Thematik in Kleingruppen nochmal eingehend besprochen wurde.


Vor dem Mittagessen – zubereitet aus Zutaten, die direkt von der Domäne Dahlem stammten – führten Bildungsreferentinnen der Domäne Dahlem interaktive Rundgänge mit den TeilnehmerInnen der Konferenz durch. Schwerpunktthemen der drei Rundgänge waren das Thema Boden und Bodenfruchtbarkeit, ökologische Landwirtschaft sowie die aktuelle Dauerausstellung des Museums, die eine Zeitreise durch die Kulturgeschichte der Ernährung von 1850 bis heute erlebbar macht.


Das Nachmittagsprogramm beinhaltete acht interaktive Workshops, die von verschiedenen außerschulischen BildungsträgerInnen angeboten wurden und unterschiedliche Zugänge und Ansätze zum Thema „Globale Bildung und nachhaltige Ernährung“ boten: Die Projekte „Restlos Glücklich“ und „Teller statt Tonne“ zeigten durch praxisorientierte Methoden, wie SchülerInnen für das Thema Lebensmittelverschwendung sensibilisiert werden können und welche Auswirkungen Lebensmittelverschwendung auf Hunger und Armut im Globalen Süden hat. Dass Ackern auch in der Schule funktioniert und wie SchülerInnen darüber eine Wertschätzung für Lebensmittel wiedererlangen können, war das Schwerpunktthema von Dr. Christoph Schmitz in dem Workshop der Gemüseackerdemie. INKOTA und BLUE21 widmeten sich der sozialen und politischen Dimensionen des globalen Lebensmittelsystems und diskutierten in ihren Workshops, wie und ob die ganze Welt gut essen kann und was es eigentlich mit dem Begriff „Ernährungssouveränität“ auf sich hat. Daniel Diehl von Slow Food Deutschland nahm die TeilnehmerInnen mit auf den Acker: Gemeinsam wurden Bodenproben von der Domäne Dahlem entnommen, die in einem interaktiven Workshop mit spannenden Methoden untersucht wurden. Das Team von HUBUS ergänzte den Workshop mit der Frage, wie jeder Haushalt selbst seinen Bioabfall mit Hilfe von einem Wurmkasten kompostieren kann, um fruchtbare Erde zu erzeugen. Sabine Laaks, Bildungsbeauftragte der Markthalle 9, zeigte, wie Markthallen als Ort des globalen Lernens genutzt werden können, und wie Lebensmittelhandwerker SchülerInnen eine nachhaltige Verarbeitung von Lebensmitteln näherbringen können. Wie in der Stadt gegärtnert werden kann und welche Unterstützung Schulen vom SUZ erhalten können, konnten die TeilnehmerInnen mit dem Leiter des SUZs, Helmut Krüger-Danielson, und seiner Kollegin Karin Selle diskutieren.



Im Anschluss an die Bildungskonferenz wurde ein gemeinsamer, interner E-Mail-Verteiler eingerichtet, über welche die verschiedenen Lehrkräfte, Aktive aus der außerschulischen Bildungsarbeit und interessierte BürgerInnen sich zukünftig austauschen können. Der Verteiler sollte neben der Konferenz ein weiterer Schritt sein, um die Vernetzung in dem Bereich „Globale Bildung und nachhaltige Ernährung“ langfristig voranzubringen. Auch auf der Konferenz konnten erste, wertvolle Kontakte geknüpft werden, um gemeinsame Projektideen zu realisieren.

Wir möchten uns nochmal bei allen für den schönen und ereignisreichen Tag bedanken und freuen uns auf weitere Vernetzungstreffen.

Fotos: Franziska Hoffmann, Coco Okamoto, Louise Duhan, Lotte Heerschop 


Vortrag Programm und Ergebnisse Umfrage

Vortrag Finanzielle Förderung von Projekten

Vortrag Schulverpflegung

One response to “Bildungskonferenz Eat Local, Think Global!

  1. Guten Tag,

    ich konnte leider nicht zu ihrer Tagung in der Domäne Dahlem kommen. Haben Sie die Ergebnisse des Tages außer auf den Fotos festgehalten. Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung von Ihnen freuen.

    VIele Grüße
    Heidrun Kahle

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